Atmen passiert automatisch. Rund 20.000 Mal pro Tag.
Und doch ist der Atem eines der wirkungsvollsten Werkzeuge, um Körper und Geist bewusst zu beeinflussen.
In den letzten Jahren hat Breathwork – also gezielte Atemarbeit – zunehmend Aufmerksamkeit in Wissenschaft, Therapie und Gesundheitsprävention erhalten. Was früher vor allem im Yoga verankert war, wird heute auch in der Psychologie, der Stressmedizin und der Leistungsoptimierung eingesetzt.
Doch was genau bewirkt bewusste Atmung im Körper?
1. Regulation des Nervensystems
Der Atem ist das einzige autonome System unseres Körpers, das wir willentlich steuern können. Dadurch wirkt er direkt auf das vegetative Nervensystem – also auf Sympathikus (Aktivierung) und Parasympathikus (Entspannung).
Langsame, tiefe Atemtechniken können:
- die Herzfrequenz senken
- den Blutdruck regulieren
- die Herzratenvariabilität (HRV) verbessern
- den Vagusnerv stimulieren
Eine hohe HRV gilt als Marker für Stressresilienz und Anpassungsfähigkeit. Studien zeigen, dass regelmässige Atemübungen helfen können, chronischen Stress zu reduzieren und die emotionale Regulation zu verbessern.
2. Einfluss auf Stresshormone
Chronischer Stress führt zu dauerhaft erhöhten Cortisolwerten. Bewusste Atemarbeit kann nachweislich dazu beitragen, das Stressniveau zu senken.
Bestimmte Atemprotokolle aktivieren den Parasympathikus, wodurch der Körper aus dem „Fight-or-Flight“-Modus in einen Zustand von Sicherheit und Regeneration wechselt. Dieser Wechsel ist essenziell für:
- hormonelle Balance
- Verdauung
- Schlafqualität
- Immunsystem
3. Verbesserung der CO₂-Toleranz und Sauerstoffnutzung
Viele Menschen atmen flach und zu schnell. Das kann langfristig die CO₂-Toleranz verringern und zu innerer Unruhe beitragen.
Gezieltes Atemtraining verbessert die Fähigkeit des Körpers, mit Kohlendioxid umzugehen. Das hat direkte Auswirkungen auf:
- mentale Klarheit
- sportliche Leistungsfähigkeit
- Konzentration
- Energielevels
Ein ausgeglichener Atemrhythmus unterstützt zudem eine effizientere Sauerstoffverwertung im Gewebe.
4. Emotionale Verarbeitung
Neben physiologischen Effekten zeigt die Forschung zunehmend, dass Atemarbeit auch die emotionale Integration unterstützen kann.
Intensivere Breathwork-Formen können – unter professioneller Begleitung – Zugang zu gespeicherten Stressmustern ermöglichen. Neurowissenschaftliche Modelle gehen davon aus, dass Atmung limbische Prozesse beeinflusst und so emotionale Spannungen reguliert werden können.
Wichtig ist hierbei eine traumasensible Begleitung und ein sicherer Rahmen.
5. Fokus, Präsenz und mentale Leistungsfähigkeit
Bewusste Atmung wirkt unmittelbar auf Aufmerksamkeit und kognitive Leistungsfähigkeit. Bereits wenige Minuten kohärente Atmung können:
- die Konzentration steigern
- innere Unruhe reduzieren
- Entscheidungsfähigkeit verbessern
In einer Zeit permanenter Reizüberflutung wird der Atem zu einem Anker – jederzeit verfügbar, kostenlos und wirkungsvoll.
Breathwork als Teil eines ganzheitlichen Lebensstils
Gesundheit ist mehr als Ernährung oder Bewegung allein. Sie entsteht aus Regulation, Balance und innerer Stabilität.
Bei Zauberformel verstehen wir Vitalität als Zusammenspiel von:
- bewusster Ernährung
- natürlicher Energie
- mentaler Klarheit
- und einem regulierten Nervensystem
Der Atem verbindet all diese Ebenen.
Halil Capri, Mitgründer von Zauberformel, ist ausgebildeter Breathwork Teacher und bietet ab sofort Klassen und Sessions an. Ziel ist es, Menschen einen sicheren Raum zu geben, um über den Atem mehr innere Balance, Klarheit und Energie zu entwickeln.
Denn manchmal beginnt echte Kraft nicht im Tun – sondern im Innehalten.
